Ein Video-Gruß von #zweiraumsilke an alle Leser:

Alexa, Stopp!

Seit zwei Wochen sitzt Alexa auf der Wohnzimmerfensterbank und wartet darauf, dass wir sie mit ihrem Namen ansprechen. Also eigentlich steht da ein schwarzer Echo. Das ist Amazons sprachgesteuerter Lautsprecher, der erst reagiert und sich in den Dienst stellt, wenn man „Alexa“ sagt. Seit zwei Wochen sagen wir ab und an im Wohnzimmer „Alexa“ und gucken was passiert.

Was bislang so passierte:

Alexa ist meistens genauso auskunftsfreudig wie ein Dreijähriger auf dem Heimweg vom Kindergarten: Das weiß ich leider nicht... Ich kann deine Frage leider nicht beantworten... Ich kann die Antwort auf die Frage nicht finden ...

Alexa ist sehr stark in Wetter und Nachrichten. Temperaturauskunft und eine Zusammenfassung der aktuellen Nachrichtenlage ist jederzeit drin und funktioniert einwandfrei. Das Ergebnis kann man sich in etwa so spannend vorstellen, wie die Wettvorhersage oder die Nachrichten zu lesen oder zu sehen.

Einkaufen - das durfte man ja wohl von Amazon erwarten - funktioniert auch. Testweise hätte ich beinahe eine Dudu Osun Seife bestellt. Seife war das erste, was mir bei einem Spontankauf-Test in den Sinn kam und die Dudu Osun Seife ist anscheinend Bestseller in der Seifen-Kategorie.
Weil es aber doof ist, etwas zu bestellen, was man nicht gesehen hat, habe ich den Bestellvorgang abgebrochen. Alexa, Stopp!
Außerdem brauche ich auch keine Seife, selbst wenn sie mich sprachlich begeistert: Eine Seife, die wie eine Mutter klingt, die sich über ihr von oben bis unten eingematschtes Kind beugt und im besten Kinderdeutsch wissen will, wie sich das Kind denn vorstelle, auszusehen: "Ja, wie du du osun?"

Alexa kann mit Spotify verknüpft werden. Wenn Alexa den Musikwunsch nicht versteht, ergreift sie manchmal - nicht immer- die Initiative und spielt unaufgefordert irgendwelche Musikstücke. Bislang wurden mir angeboten: Tim Bendzko, Gregor Meyle, Mark Forster, Lana del Rey, Norah Jones und Ed Sheeran. Ich habe also 130 € für Antenne Bayern ausgeben. Meine Reaktion jedesmal sehr bestimmt so: Alexa, Stopp!

Nicht gefunden hat Alexa bislang: Radio FM4, Feuerwehrmann Sam, alle Playlisten und die meisten konkreten Musikwünsche auf Spotify.  

Antons klares Urteil, nachdem ich zum wiederholten Male versucht hatte, ihn mit dem Abspielen einer Feuerwehrmann Sam-Folge zu beeindrucken: Wir brauchen einen Roboter, der alles auf Spotify spielen kann.
Er hat so recht. Gut, dass dieser Roboter eine App ist und es ihn schon gibt.

Sprachsteuerung ist nicht immer easy. Manchmal eher umständlich. "Alexa lauter“ zu sagen, ist anstrengender, als auf den Knopf einer Fernbedienung zu drücken. Auch muss man sich konkrete Sprachbefehle merken, damit man am Ende so normale Sätze sagen kann wie:  Alexa, öffne Kopf Rechnen und starte Addition mit Schwiergkeitsgrad Mittel.
Noch ist Alexa ein Lautsprecher, der wenige nützliche Dinge macht. Damit wird unser Alltag jetzt nicht erleichtert und wir haben jetzt auch noch keinen Anwendungsfall, bei dem wir uns in den Armen liegen und wir mir danken, dass ich das Ding gekauft habe. Aber das kann ja alles kommen. Auch das in in den Armen liegen.

Eins funktionierte gottseidank jetzt schon manchmal: "Alexa, spiel bitte Bungalow von Bilderbuch."
Beim letzten Mal tanzten wir alle vier vor der Wohnzimmerfensterbank und riefen "Alexa, lauter, Alexa, lauter.“ Naja. Einer rief Dada.

Das war schön. Alexa, Danke.

 

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Doktor Proktors Pupspulver