Ein Video-Gruß von #zweiraumsilke an alle Leser:

Das doppelte Lottchen

Anton und ich haben ein Buch gelesen. Das doppelte Lottchen von Herrn Kästner und dem Dressler Verlag.

Auf der Wikipedia-Seite des Buches heißt es: Das Thema Scheidung in einem Kinderbuch führte im Deutschland der Nachkriegszeit zu Diskussionen.  Diese Diskussion des Deutschlands der Nachkriegszeit wurde bei uns nun auf der Couch während der Vorlesezeit weitergeführt. Anton fand die Trennung der Eltern im Buch doof und er fragte jeden Abend während des Lesens nach dem Warum. Und nicht nur beim Lesen. Das Thema hat ihn auch außerhalb der Vorlesezeit sehr beschäftigt. Irgendwann fragte er Lena, ob wir - Mama und Papa - uns denn trennen werden. Lena konnte diese Ängste und Befürchtungen gottseidank ein für alle Mal aus dem Weg schaffen: "Nein. Wir haben uns doch gerade ein neues Bett gekauft.“

Es gab wahrscheinlich nur eine Sache neben der Trennung der Eltern, die Anton mehr verstörte. Das war der Wiener Akzent, den ich am Anfang, bei den in Wien lebenden Personen, aufsetzte.  Ein ablehnendes „Papa, warum machst du so? “ hat meinem Wienerisch dann schnell eine jähes Ende gesetzt.

Kinderbuch-Regel Nr.2
Kinderbücher, bei denen man seine Wienerisch-Ambitionen kurz ausleben kann, sind gut.

Jetzt, wo ich wieder ein Buch voll mit Zauberern, Drachen und Riesen vorlese, erkenne ich aber, dass der Realismus eines Erich Kästners einen Vierjährigen zwar unterhält, aber nicht fesselt und in den Bann zieht.  Und falls mich jetzt jemand fragen würde, wie ich auf die Idee kam, einem Vierjährigen Das doppelte Lottchen vorzulesen, dann würde ich in meinem besten - von Teilen der Familie leider verschmähten - Hans-Moser-Wienerisch antworten: Jo eh!

Soviel zu dem, was ich sage. Auch bei diesem Buch habe ich Anton um seine Meinung gebeten. Hier seine Einschätzung.

Oh du, mein Adventskranz

Abends, wenn es dunkel wird