Ein Video-Gruß von #zweiraumsilke an alle Leser:

Oh du, mein Adventskranz

Während Deutschland am Black Friday auf Schnäppchen-Jagd geht, saß ich daheim und gestaltete unseren Adventskranz. Vor einem Jahr hatte ich nämlich unüberlegt verkündet, dass ich den Kranz im nächsten Jahr machen würde. Jetzt ist „nächstes Jahr“ und es gilt abzuliefern. Oh man.

In den letzten Tagen hatte ich mit Anton schon über unser anstehendes Bastelabenteuer gesprochen. Er wirkte motiviert und hatte auch schon von Tag eins an konkrete Vorstellungen: ein Kranz mit viel Glitzer. Ich hingegen wollte gar nicht arg konkret werden und habe meine beliebte Gender-Karte gezogen und den Jungs einen „Jungs-Adventskranz“ versprochen. Das fand Anton sehr gut. Xaver war es egal.

Unser Adventskranz ist jetzt - unter aktiver Mithilfe von Anton und passiver Zusammenarbeit mit Xaver - fertig. Und nun - nach Fertigstellung -  kann ich verkünden, dass kein Fitzelchen Glitzer zu finden ist und ich eine leicht entflammbare Zeitbombe gebastelt habe, die immerhin mehr Jungs als Mädchen ist. Der Verzicht auf Ponys und Puppen hilft.

Da saß ich also und gestaltete einen Adventskranz. Dabei bin ich gar kein Bastler. Die Vielfalt an Bastelutensilien macht mich kirre. Ich bin überfordert und bekomme eine kreative Blockade, wenn ich nur unsere Bastelkisten sehe. Hinzu kommt, dass in meinem Kopf alles, was ich basteln will, besser ausssieht als das, was ich dann tatsächlich bastel. Auf Dauer ist das kein guter Zustand.

Schon beim Adventskranzgestalten dachte ich mir, dass das nichts wird.  Und als der Kranz fertig war, habe ich ihn lange angestarrt und irgendwann war mir klar: Besser wird's nicht. Und wenn man Dinge lange anstarrt, dann entwickeln sich Gefühle. So auch hier. Und so möchte ich jetzt ein kleinen Liebestext auf den schönsten Adventskranz anstimmen:

Lieber Adventskranz, ich freue mich auf die nächsten Wochen mit dir. Du bist schön geworden. Ich weiß gar nicht, was mir am besten gefällt: Der Duplo-Superman an der Seite. Die kleinen Autos. Das konsequent durchgezogene, uneinheitliche Farbschema. Oder einfach, dass du fertig bist. Fertig im Sinne von: ein Kranz mit vier Kerzen und Dingsis dran.
 
Jetzt, wo du fertig bist, steht einer intensiven Zeit nichts mehr im Weg. Wir werden viele tolle Momente miteinander teilen. Beispielsweise jenen Moment, wenn Lena eine deiner Kerzen beim Frühstück anzündet und sich in ihren Augen nicht nur dein Kerzenlicht spiegelt, sondern auch die bohrende Frage nach dem Warum: Warum Sie denn diesen Adventskranz nicht selbst gemacht hat. Wie sonst auch.
Auch freue ich mich schon auf die Augenblicke, wo wir laut auflachen werden, weil das vermadeleite Kerzenhalterungsreinsteckding einfach nicht grad sein mag. Partout nicht halten mag, Hahaha. Wie witzig.

Ich bin einfach stolz auf dich kleiner Adventskranz. Du bist ein kleiner Kranz. Ich glaube dein Durchmesser ist die Höhe einer Flasche Bier -  und ja, auch dieser kleine „Funfact“ macht dich unglaublich sympathisch. Und trotzdem zeigst du - wie du da stehst - Größe. Du strahlst bedingungslose Advents-Kompetenz aus. Was auch an deinen vier Kerzen liegt. Das hilft ungemein. Danke lieber Adventskranz, dass du da bist.

Der erste Advent kann kommen.

Punkt 8 ist der Hammer

Das doppelte Lottchen